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Arthur Conan Doyles Kurzgeschichte Das Musgrave-Ritual ist unter anderem in der Sammlung Die Memoiren des Sherlock Holmes zu finden.

Inhalt Bearbeiten

Holmes erzählt Watson beim gemeinsamen Aufräumen von einem seiner ersten Aufträge, die er in London als beratender Detektiv annahm: Reginald Musgrave, ein Bekannter aus Sherlocks College-Zeiten, bat ihn damals um Hilfe. Seit der alte Lord Musgrave, Sir Reginalds Vater, vor zwei Jahren gestorben ist, leitet sein Sohn die Geschicke von Hurlstone, dem Stammsitz der Musgraves in Sussex. Dort sind zwei Menschen spurlos verschwunden. Zum einen der Butler Richard Brunton. Dieser hat kurz zuvor seine Entlassung mit der Aufforderung erhalten, innerhalb von einer Woche den Dienst zu verlassen. Holmes erfährt, dass sein neuer Klient vor zwei Tagen nachts nicht einschlafen konnte. Deshalb hatte seine Lordschaft gegen 02:00 Uhr früh beschlossen, einen angefangenen Roman weiterzulesen. Das Buch befand sich jedoch in der Bibliothek. Dort hat Sir Reginald seinen Butler dabei ertappt, wie er eine Karte und alte Familiendokumente studierte. Das hat den Adligen besonders deshalb erzürnt, weil Brunton in seinem Hause tatsächlich eine hohe Vertrauensstellung genossen hat. Der ehemalige Schulmeister, ein belesener, hoch gebildeter und musisch begabter Mann, war schon in den Diensten seines Vaters gestanden. Und bisher hatte es an seiner Arbeit hinsichtlich Korrektheit und Pflichtbewusstsein keinerlei Grund zur Klage gegeben. Lediglich ein dunkler Punkt charakterlicher Natur war zu finden. Richard Brunton ist ein Don Juan und Schürzenjäger wie aus dem Lehrbuch. Solange er verheiratet war, gab es in diesem Punkt keine Probleme. Aber seit er Witwer ist, will der Ärger damit kein Ende nehmen. Vor einiger Zeit hoffte man, er werde sich neu verehelichen. Denn der Butler hat sich mit Rachel Howells, dem zweiten Hausmädchen von Hurlstone, verlobt. Leider hat er sich zwischenzeitlich wieder von ihr getrennt, um sich der Tochter des obersten Wildhüters, Janet Trigellis, zuzuwenden. Rachel ist Waliserin von Geburt und hat einen guten, jedoch leicht labilen Charakter. Seit der Trennung von Bruntun verfiel sie in ein Nervenfieber, sodass sie nur noch wie ein Schatten ihrer selbst durchs Haus wandelte.

Selbstverständlich hat Sir Reginald Brunton umgehend zur Rede gestellt. Er hat seinem Butler unmissverständlich klar gemacht, dass er ab sofort wieder einen moralisch einwandfreien Lebenswandel von ihm erwarte. Und nun dieser Vorfall, dieser unerhörte Vertrauensbruch. Brunton hätte eigentlich noch in der selben Nacht, bzw. am Morgen nach dem Vorfall das Haus verlassen sollen. Aber um seiner langjährigen Loyalität zur Familie Willen gewährte ihm Sir Reginald eine Gnadenfrist von einer Woche. Damit konnte es so aussehen, als würde der Butler von sich aus, also aus freien Stücken, den Dienst verlassen. So kam er zwar weitaus glimpflicher davon, als er es verdient hätte. Aber seine Lordschaft ist ja kein Unmensch. In den nächsten zwei Tagen war Brunton bei der Erfüllung seiner dienstlichen Pflichten eifrig und bemüht wie zuvor. Aber am Morgen des dritten Tages war er plötzlich verschwunden. Auch Rachel, das Hausmädchen, wusste nichts über seinen Verbleib zu berichten. Im Übrigen machte ihr Dienstherr seiner Angestellten doch Vorwürfe, weil sie ihren Dienst wieder aufnehmen wollte, ohne vollständig genesen zu sein. Denn die junge Dame brach wiederholt in hysterisches Lachen und Geschrei aus, sobald die Rede auf Brunton kam. Man musste eine Krankenpflegerin einstellen, um Rachel in ihrem Zimmer zu halten und zu überwachen. Sir Reginald glaubt, dass die junge Dame den Mann, welcher sie so schmählich verlassen hat, nach wie vor innig liebt. Doch nun ist Rachel ebenfalls verschwunden. Besonders besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang der Umstand, dass ihre Spuren am Ufer des auf den Ländereien gelegenen Weihers enden . Und der ist über 8 Fuß tief. Natürlich hat seine Lordschaft den Teich sofort systematisch absuchen lassen. Aber eine Leiche konnte nicht gefunden werden. Holmes hat genug gehört. Er übernimmt den Fall. Zunächst fragt er seinen Klienten, welche Papiere sich Brunton in jener Nacht, da er ertappt wurde, angesehen hat. Lord Musgrave kann ihm eine Abschrift des Dokuments zeigen. Es ist das so genannte "Musgrave-Ritual". Dabei handelt es sich um ein seltsam klingendes Frage- und Antwortspiel, welches der Rechtsschreibung nach aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Jeder männliche Musgrave muss dieses Ritual bei seiner Volljährigwerdung vor versammelter Familie vollziehen. Der Text lautet: "Wem gehörte sie? - Jenem, welcher von uns ging. Wer soll sie erhalten? - Jener, welcher kommen wird. Wo war die Sonne? - Über der Eiche. Wo war der Schatten? - Unter der Ulme. Wie ward geschritten?" Sodann folgen Angaben, wie viele Schritte man in jede Himmelsrichtung zu Fuß zurückzulegen hat. Anschließend heißt es im Text weiter: "Was sollen wir dafür hingeben? - Alles was unser ist. Warum sollen wir es tun - Um des höchsten Vertrauens Willen." Holmes fährt mit seinem Klienten nach Sussex. Dort beginnt er mit dem Studium des Rituals und mit der Suche nach den beiden Vermißten. Bei Brunton ist das Auffälligste an seinem Verschwinden, dass er seine gesamte persönliche Habe in seinem unberühten Zimmer zurückgelassen hat. Das würde jemand, der seine Stellung soeben verloren hat, normalerweise nicht tun. Währenddessen wird im Weiher von Hurlstone die Leiche der armen Rachel gefunden. Sie hat offenbar durch einen Sprung in den See und mittels eines schweren Leinenbeutels an ihrem Fuß Selbstmord begangen. Im Beutel finden sich Feldsteine, einige bunte Kieselsteine oder Glassplitter, sowie ein Stück dunkles, verbogenes Metall. Niemand kann sich erklären, was das eigentlich sein soll. Holmes aber bittet ausdrücklich darum, diesen schreinbaren Unrat nicht wegzuwerfen. Er hat nämlich mittlerweile herausgefunden, wie man das Ritual entschlüsseln kann. Der Meisterdetektiv hat die im Ritual beschriebene Eiche, sowie die dazugehörige Ulme gefunden. Nun ja! Von der alten Ulme ist nur noch der Baumstumpf übrig geblieben. Als Sir Reginald 15 Jahre alt war, musste der Baum leider gefällt werden. Aber er kann Holmes auf dessen Frage trotzdem sagen, dass die Ulme 64 Fuß hoch gewesen ist. Sein Hauslehrer hat ihn auf dem gesamten Grundstück trigonometrische Berechnungen anstellen lassen. Der Meisterdetektiv ist dem Lehrer dafür überaus dankbar. Denn so kann, ausgehend von einer 9 Fuß langen Angelrute, berechnet werden, dass die Ulme einen 96 Fuß langen Schatten geworfen hat. Das wichtigste Faktum jedoch ist, dass sowohl die alte Eiche, als auch die inzwischen gefällte Ulme seit Sir Reginalds Kindheit NICHT GEWACHSEN SIND! Dies ist umso bedeutsamer, als ausgewachsene Bäume für gewöhnlich nicht mehr zu wachsen pflegen!

Holmes geht gemeinsam mit seiner Lordschaft die Strecke ab und markiert den Endpunkt. Gleich daneben finden sie eine weitere Markierung im Boden. Brunton ist offenbar vor ihnen hier gewesen. Denn Sir Reginald erinnert sich, dass Brunton ihm vor etwa einen Monat ebenfalls die Frage nach der Höhe einiger Bäume hier auf dem Anwesen gestellt hat. Er hat seinem Dienstherren zwar erklärt, mit einem anderen Herren im Wirtshaus wegen dieser Frage einen Disput gehabt zu haben. Jetzt aber ist klar, wozu er diese Informationen benötigte. Denn der Endpunkt des Ulmenschattens ist zugleich der Startpunkt für die Schrittfolgen des Rituals. Holmes geht die Schrittfolgen gemeinsam mit seinem Gastgeber ab. So gelangen sie in den Keller des ältesten Teils des weitläufigen Herrenhauses. Dort lagert eigentlich nur noch Kaminholz. Aber dieses ist jetzt zur Seite geworfen, sodass es den Blick auf eine Steinplatte mit einem Eisenring freigibt. Das ist der Platz, welcher im Ritual beschrieben wird. Holmes und Lord Musgrave finden Bruntons Schal um den Eisenring geknotet. Als die beiden Herren die Steinplatte anheben, machen sie eine grauenvolle Entdeckung: Unter der Steinplatte liegt eine kleine, geheime Kammer. Darin steht eine alte, mit Eisen beschlagene Holzkiste, deren Deckel aufgebrochen ist. Und neben dieser Kiste kauert eine Gestalt. Holmes entdeckt rasch, dass es sich um den vermißten Butler handelt. Sir Reginald ist zunächst außer sich vor Wut. Er fordert seinen Ex-Butler lautstark auf, sofort aus der Kammer zu klettern. Er hätte es ihm wohl mehr als deutlich gesagt: Nämlich das er entlassen sei und innerhalb einer Woche den Dienst zu verlassen habe. Holmes hat Mr. Brunton inzwischen jedoch erreicht und muss feststellen, dass der Butler den Aufforderungen seines Ex-Dienstherren nicht mehr nachkommen kann. Er ist tot. Offenbar wurde er von der herabstürzenden Steinplatte auf den Boden der Kammer geschleudert, wo er sodann hilflos erstickte. Das muss in der zweiten Nacht nach dem Vorfall in der Bibliothek geschehen sein. Der Meisterdetektiv kann sogar beweisen, dass der Butler ermordet wurde. Er findet nämlich das Holzstück, welches Brunton zum Abstützen der Steinplatte benutzt hatte. Es ist offensichtlich gewaltsam weggeschlagen worden, sodass die Platte herunterfiel, dem Butler die Finger brach, und ihn zu Boden schleuderte. Auch die Mörderin ist alsbald identifiziert. Es ist das Hausmädchen Rachel Howells.

Holmes rekonstruiert das Geschehen mit Hilfe seiner deduktiven Denkweise: Brunton hat die Stelle gefunden, zu welcher das Musgrave-Ritual führt. Allerdings hat auch er alsbald festgestellt, dass die Steinplatte zu schwer für einen Mann allein ist, um sie anzuheben. Er brauchte hierzu also Hilfe. Die einzige Person, welche er einweihen konnte, war Rachel. Denn sie liebte ihn nach wie vor. Und das hat dieser Schurke ausgenutzt. Er hat Rachel mit Zärtlichkeiten überhäuft und von Versöhnung gesprochen. Somit folgte sie ihm in den Keller. Dort öffneten sie gemeinsam die Geheimkammer und Brunton stieg hinab. Aber alles, was er fand, waren das verbeulte Metall und die bunten Kieselsteine. Gleich darauf krachte die Steinplatte herunter, weil Rachel in ihrem Wunsch nach Rache die Stützhölzer weggeschlagen hatte. So rannte sie, den Leinenbeutel mit dem vermeintlichen Unrat an sich nehmend, aus dem Keller ins Freie. Hinter ihr gellte offenbar das Angstgeschrei von Brunton noch eine Weile durch die Halle, bevor der Butler sein Ende durch Ersticken fand. Rachel dabei hat den Beutel, welchen Brunton kurz vorher aus der Kiste genommen und aus der Kammer geworfen hat, an sich geommen. Das geschah aber nicht aus Habgier. Vielmehr kam sie mit den Folgen ihres Handelns, nämlich ihren Rachegefühlen nachgegeben zu haben, nicht klar. Und außerdem wollte sie den Beweis ihrer Schuld verschwinden lassen. So füllte sie den Beutel mit Feldsteinen auf, band ihn sich an den Fuß - und setzte ihrem Leben mit einem Sprung in den Weiher von Horsham ein Ende. Sir Reginald ist entsetzt, traurig und wütend zugleich. Zwei Tote, ein alter Leinenbeutel voller Steine und Unrat. Das ist alles, was man finden konnte. Und seine Lordschaft hatte bereits gehofft, er könne die finanziellen Schwierigkeiten seines Gutes mit einem Familienschatz beseitigen. Aber stattdessen fanden er und sein Gast diese furchtbare Tragödie! Wie soll er das bloß der Polizei erklären? Holmes ist jedoch sicher, dass sich alles zum Guten wenden wird. Und er ist ebenso sicher, dass es seinem Gastgeber noch gelingen wird, das Gut zu neuer Blüte zu führen. Denn er hat das Vermächtnis seiner Vorfahren, welches ihm dabei gute Dienste leisten wird. Als seine Lordschaft das hört, ist er zunächst verärgert. Eine hervorragende Erbschaft! Ein Beutel voller Feldsteine, kleinen bunten Kieseln oder Glassplittern, und metallenem Unrat

Wie soll das bitteschön zur Rettung des Herrensitzes beitragen? Aber die Erklärung hiefür bleibt nicht lange aus. Denn Sherlock Holmes hat das Ritual und die Familienbibliothek der Musgraves eingehend studiert. Deshalb weiß er nun, dass der Originaltext tatsächlich aus dem 17. Jahrhundert stammt. Wer sich in der englischen Geschichte auskennt weiß, dass damals sehr unruhige Zeiten in England geherrscht haben. Es entbrannte ein Machtkampf zwischen dem damaligen König, Charles I., und dem Parlament, welches mehr und mehr in Opposition zum König ging. Der Machtkampf endete schließlich damit, dass der König verhaftet, entmachtet und hingerichtet wurde. Ebenso erging es vielen seiner Anhänger. Sir Reginald hört Holmes zwar zu, ist aber über die "Geschichtsstunde", wie er meint, recht verärgert. Denn sie erscheint ihm zu diesem Zeitpunkt mehr als unangemessen. Sein Gast kann ihm jedoch den Sinn seines Geschichtsvortrags rasch erklären: Er ist notwendig, um zu verstehen, was ihr Fund in Wirklichkeit ist: Denn die Familie Musgrave stand seit Anbeginn ihres Bestehens stets in unverbrüchlicher Treue zum Königshaus. Was die Vorfahren von Sir Reginald während der Royalistenverfolgung in nicht unerhebliche Gefahr brachte. Jetzt erinnert sich der Adlige, von seinem Großvater als Kind einige Abenteuergeschichten aus dieser Zeit gehört zu haben. Einer seiner Vorfahren war damals Offizier am Hofe Charles I. Und er war ein enger Vertrauter des Königs. Als solcher begleitete er den Kronprinzen, den späteren König Charles II., in sein Exil nach Frankreich. Holmes nickt. Er hat in der Bibliothek gelesen, dass es sich bei diesem mutigen Mann um Sir Ralph Musgrave gehandelt hat. Und dieser ist der Verfasser des Musgrave-Rituals. Denn diese Anweisungen führen zum Versteck des wohl wichtigsten Besitztums der Stuart-Könige. Der vermeintliche metallene Unrat und die vermeintlichen Glassplitter sind nämlich in Wirklichkeit nichts Geringeres als die alte Krone der Könige von England! Seine Lordschaft, welcher sich mittlerweile neben Holmes gesetzt hat, sieht diesen mit großen Augen erstaunt an. Er kann momentan nicht glauben, was er da hört. Das klingt zu phantastisch. Aber Holmes fährt direkt in seiner Beweisführung fort: Dazu holt er das unansehnliche, schwarze und verbogene Metallstück aus dem Beutel.

Er bittet seinen Gastgeber, es sich jetzt in Ruhe genau anzusehen. Auch poliert er es an einer Stelle, sodass diese alsbald leuchtet. Es ist der Doppelring einer Krone! Und das Material, obwohl durch die Jahrhunderte schwarz und unansehnlich geworden, ist eindeutig massives Gold! Sodann holt er einen der Kieselsteine, oder Glassplitter aus dem Beutel. Auch diesen poliert er, sodass alsbald ein funkelndes Juwel die Augen der beiden Herren erfreut! Und zu guter Letzt bittet der Meisterdetektiv seinen Gastgeber, sich den Text des Familienrituals nochmals ins Gedächtnis zu rufen. Wie hieß es doch? "Wem gehörte sie? - Jenem, welcher von uns ging." Das war König Charles I., welcher eben verhaftet und hingerichtet worden war. Sodann weiter: "Wer soll sie erhalten? - Jener, welcher kommen wird." Das war Charles II., Sohn von Charles I. und nach dem Tode seines Vaters rechtmäßiger Thronerbe Englands. Sodann folgten die Orts- und Schrittangaben. Als nächstes hieß es: "Was sollen wir dafür geben? - Alles, was unser ist." Warum sollen wir es tun? - Um des höchsten Vertrauens Willen." Das sind Worte eines Mannes, welcher sogar bereit gewesen wäre, seinem König in den Tod zu folgen. Sir Reginald kann sein Glück kaum fassen. Nach Holmes' brillianter Darlegung ist ihm der gesamte Sachverhalt vollkommen klar. Nur eines versteht er noch nicht: Wenn mit Charles II. doch wieder ein König nach Ende des Lordprotektorats den englischen Thron bestieg, warum erhielt er dann die Krone nicht zurück? Warum blieb sie in ihrem Versteck auf Hurlstone? Aber auch das ist rasch erklärt: Der Sinn einer Geheimschrift ist bekanntlich, dass sie ausschließlich dem rechtmäßigen Empfänger verständlich ist. Vermutlich war bei der Rückkehr der Royalisten nach England der Verfasser des Musgrave-Rituals, also Sir Ralph Musgrave, bereits verstorben. Leider war er offenbar nicht mehr dazugekommen, seinen Söhnen die genauen Hintergründe des Rituals zu erklären. Und so wurde daraus ein alter Familienbrauch, welcher über Jahrhunderte vom Vater auf den Sohn an alle männlichen Musgraves weitergegeben wurde. Welcher Schatz sich hinter diesen geheimnisvollen Worten verbarg, wusste niemand, bis das Dokument in Bruntons Hände fiel. Dieser Mann verfügte als ehemaliger Schulmeister über genügend Bildung, um den wahren Sinn der Botschaft zu erkennen. Er fand den Schatz, verlor jedoch gleichzeitig durch seinen unfreundlichen Umgang mit der Damenwelt sein Leben.

Abschließend berichtet Holmes seinem Freund Dr. Watson noch, dass es einen Rechtsstreit um die Krone gab. Die Anwälte beider Seiten hatten eine Weile zu tun. Aber schließlich durfte Sir Reginald die Krone gegen Zahlung einer angemessenen Entschädigungssumme an die Nachkommen der Familie Stuart behalten. Immerhin war es ja das Verdienst der Familie Musgrave, ein wertvolles Relikt der englischen Geschichte über Jahrhunderte erfolgreich bewahrt zu haben. Seine Lordschaft ließ das Kleinod daraufhin restaurieren, sodass es nunmehr in Hurlstone ausgestellt wird. Damit verdienen er und seine Nachkommen bis heute nicht schlecht. Es gelang, das Gut vor dem finanziellen Ruin zu retten. Leider verunglückte Sir Reginald einige Jahre später beim Reiten tödlich.

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