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Arthur Conan Doyles Kurzgeschichte Der Mazarin-Stein ist in der Sammlung Sherlock Holmes' Buch der Fälle zu finden.

Wie Holmes zu dem Fall kamBearbeiten

In der nicht aus Dr. Watsons Sicht erzählten Geschichte wird Sherlock Holmes von der britischen Regierung selbst beauftragt, den gestohlenen Mazarin-Stein – einen Teil der Kronjuwelen – wiederzufinden. Zu diesem Zweck statteten ihm der Premierminister und Lord Cantlemere einen Besuch ab; letzterer glaubt nicht an Holmes' Fähigkeiten und hätte ihn am liebsten nicht eingestellt.

Als Watson Holmes besucht, hat der seine Täter bereits ausfindig gemacht; ihm fehlt nur noch der Aufenthaltsort des Steines selbst zum Glück.

Die Probleme des FallsBearbeiten

Der Leser erfährt die näheren Umstände des Falles nie. Auch wie Holmes auf die Fährte des Grafen kam, bleibt offen. Als Watson dazu stößt, hat Holmes "nur" noch zwei Probleme: Er befürchtet, der Dieb könnte ihm nach dem Leben trachten (deswegen ist der ganze Raum mit Vorhängen abgedunkelt), und er weiß nicht, wo der Dieb den Stein aufbewahrt.

Wie Holmes den Fall aufklärtBearbeiten

Holmes bedient sich einmal mehr seiner Raffinesse als Verkleidungskünstler. Er stellte dem Grafen als Arbeiter und als alte Frau nach – so gut gelangen ihm diese Verwandlungen, dass der Graf glaubt, Holmes habe eine ganze Schar Mitarbeiter auf ihn angesetzt. Zudem hat er erneut (wie bereits in Das leere Haus) eine Wachsfigur von sich selbst anfertigen lassen, die am Fenster sitzend den Eindruck erwecken soll, Holmes sei zu Hause; mit Billys Hilfe sorgt Holmes dafür, dass die Stellung der Puppe immer wieder verändert wird.

Als Holmes nicht weiter weiß, kommt der Graf höchstselbst in die Baker Street 221 b, während der zweite Mann im Bunde, der schwergewichtige Boxer Sam Merton, vor dem Gebäude Wache hält. Holmes ist überzeugt, dass sein letztes Stündlein geschlagen hat. Er schickt Watson zur Polizei und zieht sich selbst zurück, bevor er Billy bittet, den Grafen einzulassen. Dieser stürmt in das leere Büro und – als er die Puppe Holmes sieht und sie für den wahren Mann hält – erhebt seinen Gehstock zum tödlichen Schlag … Da kommt Holmes herein und bittet ihn um ein vernünftiges Verhalten.

Der Graf gesteht, dass er einen Groll gegen Holmes hegt, da dieser ihn so hartnäckig verfolgt. Holmes gesteht indes ohne Umschweife, dass er sich sicher ist, dass der Graf der Dieb ist und dass er ihn dazu bringen wird, genau das zuzugeben – worüber Sylvius nur lachen kann.

Holmes legt seine Karten auf den Tisch: Er hat intensive Nachforschungen angestellt und kann den Grafen mit seinen Aufzeichnungen in die Ecke treiben, da dieser in viele schmutzige Geschäfte verwickelt ist. Entweder der Graf gesteht und überreicht Holmes den Stein oder die Aufzeichnungen werden der Polizei zugespielt. Holmes lässt den Boxer Merton eintreten und zieht sich selbst zum Geige spielen zurück, um den beiden die Gelegenheit zu geben, sich über ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Während im Nebenraum Geigenmusik ertönt, bringt der Graf den geistig eher schwerfälligen Merton auf den Stand der Dinge und enthüllt ihm, dass er den Stein gerade bei sich trägt.

Doch Holmes ist ihnen einen Schritt voraus: Die Geigenmusik stammt von einem Grammophon; er selbst ist nämlich von beiden unbemerkt durch eine Nebentür wieder eingetreten und hat die Wachsfigur entfernt, um selbst Platz zu nehmen – er hat das ganze Gespräch belauscht und greift nach dem Stein, als der Graf diesen hervorholt. Völlig überrascht erkennt der Graf Holmes' Genialität an.

Die Polizei kommt von Dr. Watson geschickt herbei, auch Lord Cantlemere ist dabei. Holmes hat nicht vergessen, dass dieser Zweifel an ihm hegte und erlaubt sich einen Streich mit ihm, als er ihm den Stein unterjubelt und ihm kurzzeitig mit der Entlarvung als Unterhändler der Diebe droht. Danach ist Cantlemere geläutert.

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