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Rezensionen zur Pastiche-Erzählung Die Hinterlassenschaft der Rachel Howells:

Von WigginsBearbeiten

Das einzig Schöne an der Geschichte sind die Erinnerungen die an Das Musgrave-Ritual aufkommen – immerhin eine der vermutlich besten Holmes-Geschichten. Leider kann man ähnliches von der vorliegenden Story nicht behaupten. Alles wirkt viel zu kompliziert und konstruiert. Allein der Briefumschlag - was Rachel Howells da alles an versteckten Hinweisen und Doppel-Hinweisen reinfabriziert hat ... das ist schon sehr konstruiert. Vor allem will sie dadurch mit Holmes in Kontakt treten, schickt den Brief deswegen aber an eine ganz andere Person? Was soll das denn? Verwunderlich fand ich allein schon die Tatsache, dass der Brief überhaupt zu Holmes gelangt ist. Der Empfänger ist verstorben, die Firma des Toten nimmt den Brief entgegen, findet keinen Erben, obwohl der allgemein bekannt oder doch zumindest herauszufinden ist, öffnet ihn und weil kein (sinnvoller) Inhalt enthalten ist, wird der Brief nicht weggeworfen sondern an Holmes weitergeleitet. Das ist schon sehr gewollt. Die Lösungen der "Umschlagrätsel" kommen eher durch Raten heraus; dies wird kaschiert durch ein extrem selbstsicheres Auftreten von Holmes, aber es ändert nichts daran, das eine große Portion Glück mitschwingt.

Dann ist da auch noch der zweite Teil des „Familienschatzes“. Der Leser muss glauben das bei dem früheren Fall das Anwesen nicht nach weiteren Teilen des historisch und materiell so wertvollen Schatzes durchsucht wurde. Ist das glaubwürdig?

Anscheinend ist seit den über 20 Jahren auch niemand mehr in der Krypta gewesen - wodurch sich auch gleich die Frage stellt, wo Reginald Musgrave eigentlich bestattet wurde - denn sonst hätte man den alten Steinsarkophag entdeckt, dessen Deckel seit dieser langen Zeit beiseite geschoben ist. Dies hätte unweigerlich Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so wie es bei Holmes und Watson der Fall ist.

Noch merkwürdiger ist Holmes Ansichten über den Schatz. Seiner Meinung nach gehört er tatsächlich Rachel Howells und er hat kaum etwas eiligeres zu tun als mit Watson zusammen über den Atlantik zu reisen und ihr die Krönungsinsignien auszuhändigen. Bevor das geschieht bricht die Erzählung aber unvermutet ab, so das die Überfahrt nach Kanada der Leser nicht mehr mitbekommt. Oder habe ich da etwas nicht verstanden?

Unverständlich ist ebenfalls die Gleichgültigkeit die Holmes an den Tag legt als er von dem Unfall seines Freundes Reginald Musgrave erfährt. Als dessen Cousin und neuer Gutsherr von Hurlstone-Manor ihm erzählt das Sir Reginald bei einem Jagdausflug in den Rücken geschossen wurde, veranlasst Holmes das nicht, Ermittlungen anzustellen, ob vielleicht doch ein Mord vorliegt. Überhaupt reagiert er so, als ob er seinen Freund Reginald nie gekannt hätte.

Stimmig ist die Geschichte nicht und der Leser fragt sich was das eigentlich sollte. Ein Meilenstein ist das fabrizierte leider nicht.

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