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Die Militärkonferenz

Die Militärkonferenz ist ein Pastiche-Roman von Francis London. Diese Geschichte erschien am 25. März 2017 bei Amazon KDP als Druckausgabe und e-book.

Auch in dieser Erzählung greift Francis London wieder Vorgaben von Arthur Conan Doyle auf und setzt diese in einer neuen Geschichte um. Die Begeisterung für die Forschung an Leichen, ein Motiv, das in Eine Studie in Scharlachrot eingeführt wurde und von ihm auch bereits in Der ägyptische Schatz aufgegriffen wurde, findet hier eine neue, starke Ausprägung. Das zweite bekannte Motiv ist der Kokain- und Morphiumkonsum von Holmes, das hier benutzt wird, um die Stimmung von Holmes im Jahr 1887 wiederzugeben.

Dr. Watson selbst, der in diesem Jahr nach seiner Hochzeit mit Mary Morstan nicht mehr mit Holmes zusammen lebte, fühlt sich wieder mehr und mehr zu Holmes und dem Leben in der Baker Street hingezogen.

Als Datum der Veröffentlichung suggeriert Francis London den Zeitraum zwischen 1893 und 1904, da in der Logik dieser Erzählung das Abenteuer Der Flottenvertrag dem Leser wohl schon bekannt ist, nicht jedoch das Abenteuer Der zweite Fleck.

Die Handlung fußt auf den Schilderungen von Watson in Der Flottenvertrag und beschreibt wohl den dritten der drei Fälle im Juli 1887, die von Watson dort erwähnt werden. Allerdings wird dieser Fall, anders als von ihm angekündigt, nicht das Abenteuer des müden Kapitäns genannt, wenngleich ein Kapitän eine Rolle spielt.

Wieder einmal ein Höhepunkt sind die liebevoll gestalteten Dialoge, in diesem Fall zwischen Inspektor Athelney Jones und Sherlock Holmes, die den Respekt vor den literarischen Vorgaben von Arthur Conan Doyle offenbaren. So wird diese Erzählung stimmig in die Vorgaben eingepasst und in wunderbarer Sherlock Holmes Atmosphäre aufbereitet. Die Fälle, die das Jahr 1887 betreffen, erfahren damit eine gut gelungene Ergänzung.

Inhalt Bearbeiten

Handlungszeitpunkt: Juli / August 1887

Nach den beiden vorausgehenden Fällen, Der zweite Fleck und Der Flottenvertrag, ereignet sich ein weiterer Fall, der internationale Bedeutung besitzt und wiederum im Spannungsfeld der Großmächte auf dem Kontinent spielt.

Anfänglich vermutet Holmes noch einen Einbruch in die Lodge eines reichen Londoner Geschäftsmannes, dann aber wird ihm schnell klar, dass es hier um viel mehr geht. Für die Ermittlungen nimmt ihn Inspektor Athelney Jones mit in das Büro des Premierministers. Holmes mutmaßt, dass ihm dort nicht ganz die Wahrheit gesagt wird. Dann ereignen sich zwei Todesfälle, einer auf einem brennenden Boot in Kensington, der andere in einem entfernten Landhaus, die Holmes und den Yard ratlos zurücklassen. Mit den Verhaftungen, die in diesem Rahmen passieren und basierend auf seinen internationalen Kontakten, leistet Holmes wieder seinen Beitrag dazu, dass dem Empire ein Krieg erspart bleibt.

Personen Bearbeiten

Handelnde Kanon-Personen
Erwähnte Kanon-Personen
Handelnde Pastiche- Personen

Erwähnte Fälle (Kanon) Bearbeiten

  • Watson verweist auf Das Zeichen der Vier um zu erklären, warum er die Baker Street verlassen hat. Außerdem gerät in Das Zeichen der Vier Sherlock Holmes das erste Mal in eine Auseinandersetzung mit Inspektor Athelney Jones. Der dort geschilderte Dialog zwischen ihm und Jones wird hier aufgegriffen und als Grundlage für die Beziehung der beiden ausgearbeitete.
  • Watson schildert die Erholung, die Holmes bei Colonel Hayter in Die Junker von Reigate suchte.
  • Der vorliegende Fall folgt direkt auf Der zweite Fleck und Der Flottenvertrag, Watson schildert in der Einführung den chronologischen Ablauf.
  • Holmes bezieht sich auf den Juwelenraub von Bishopsgate um Inspektor Athelney Jones in Verlegenheit zu bringen.
  • Bei dem auch von Arthur Conan Doyle niemals näher beschriebenen Fall im Frühjahr 1887 in Lyon, der schon in Die Junker von Reigate erwähnt wurde, lernt Holmes Emile Dubugue kennen. Diesen kontaktiert er in dem vorliegenden Fall erneut.
  • Zu Ende der vorliegenden Erzählung verweist Dr. Watson auf Die fünf Orangenkerne und äußert einen Verdacht, warum Holmes den Tod von John Openshaw nicht verhindern konnte.

Erwähnte Fälle (Pastiche) Bearbeiten

  • Als Holmes eine Leiche auf einem ausgebrannten Boot findet, fühlt sich Watson an ein Ereignis erinnert, das bereits fünf Jahre zurück liegt und in Der ägyptische Schatz geschildert wurde. Damals untersucht Holmes eine Leiche von Alan Pinter in der Pathologie des Yards.
  • Holmes erwähnt den Fall des Erpressers von Edinburgh. Damals gelang es ihm, anhand der Spuren auf dem Umschlag, die bevorzugte Zigarettensorte von Sir Asquith zu erkennen.

Anmerkungen Bearbeiten

  • Wie schon in seiner Interpretation von Graf Negretto Sylvius bleibt Francis London dabei, dass Sherlock Holmes ein Bewunderer der Gemälde von Altichiero da Zevio ist.
  • Im Jahr 1887 hat Holmes seine Angewohnheit, Kokain und Morphium zu konsumieren, noch nicht aufgegeben. Die in diesem Fall geschilderten Symptome der beiden Drogen sind zutreffen wiedergegeben, jedoch literarisch aufbereitet.
  • In Der Flottenvertrag wird nicht erwähnt, welche ausländische Macht es war, die den beleidigenden Brief an die englische Regierung geschrieben hat. In dieser Erzählung, die offenbar sehr viele Jahre später veröffentlicht wurde, hält sich Watson nicht mehr zurück und gibt das Geheimnis preis.
  • Die beiden Experten, Emile Dubugue von der Pariser Polizei und Fritz von Waldbaum aus Danzig treten in diesem Fall auf und nicht, wie von Watson in Der Flottenvertrag geschildert in Der zweite Fleck. Entweder hat Watson hier seine Aufzeichnungen durcheinander gebracht oder die beiden Herren waren in kurzer Zeit zweimal in London.
  • Inspektor Patterson hat hier seinen ersten Kontakt mit dem Namen Moriarty, bewertet diesen aber fälschlicherweise als harmlos. Wer hätte damals gedacht, dass er vier Jahr später im Fall Das letzte Problem der Hauptermittler bei der Zerschlagung des Ringes von Moriarty sein würde?
  • Chronologisch passend wäre es, dass Holmes 1887 das erste Mal mit dem Namen von Professor Moriarty konfrontiert wird. Im offiziellen Kanon redet Holmes erst 1889 in Das Tal der Angst das erste Mal von Moriarty, dann allerdings hat er offenbar bereits gründliche Nachforschungen angestellt.
  • Watson erwähnt in Der Flottenvertrag einen Fall, den er das Abenteuer des müden Kapitäns nennt. Sollte er müde (engl: tired) mit pensioniert (engl: retired) verwechselt haben? Dann wäre der vorliegende Fall mit diesem Abenteuer gleichzusetzen.
  • Sherlock Holmes denkt darüber nach, dass es möglich sein müsste, individuelle Griffspuren einer Person zuzuordnen und kündigt an, daran zu arbeiten. In Wirklichkeit gelingt es erst vier Jahre später, im Jahr 1891, Ivan Vučetić dieses umzusetzen, ein weiteres Jahr später, 1892 wird der erste Kriminalfall der Welt damit aufgeklärt.
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