Die französischen Wertpapiere.jpg

Die französischen Wertpapiere ist ein Pastiche-Roman von Francis London. Diese Geschichte erschien am 14. Juni 2019 bei Amazon KDP als Druckausgabe und e-book.

Dieser Fall entwickelt die Idee, wie die Existenz von Professor Moriarty mehr und mehr in die Gedankenwelt von Sherlock Holmes eindringt. Nachdem Francis London in Die Militärkonferenz bereits ein erstes Mal diesen Namen erscheinen ließ, verfestigt er in der vorliegenden Erzählung den Einfluss des Professors in London. Professor Moriarty tritt jedoch in den Erzählungen von Francis London nicht selbst in Erscheinung, da er sich an die Vorgaben von Arthur Conan Doyle hält, wonach Holmes nur ein einziges Mal direkten Kontakt zu Moriarty hat, nämlich in Das letzte Problem.

Francis London hat, wie Arthur Conan Doyle selbst, mit der chronologischen Unstimmigkeit zu kämpfen, dass Professor Moriarty im März/April 1891 von Sherlock Holmes gegenüber Doktor Watson als ganz unbekannt bezeichnet wird, dann aber in Das Tal der Furcht, das zwei Jahre vorher, 1889, spielt, Professor Moriarty in Anwesenheit von Watson zwischen Inspektor MacDonald und Sherlock Holmes diskutiert wird.

In dem vorliegenden Fall wird geschildert, wie Holmes das erste Mal einen Verdacht bezüglich Moriarty äußert. Die Vorgaben von Arthur Conan Doyle bezüglich des Lebenslaufes von Moriarty werden aufgegriffen und in die Geschichte integriert. Auch die Tatsache, dass der Yard in Gestalt von Inspektor MacDonald den Professor Moriarty zur honorigen Persönlichkeit erklärt, wird hier konsequent eingearbeitet und erläutert.

Francis London nähert sich der stimmigen Erklärung zu Professor Moriarty in der ihm eigenen, vorsichtigen, unspektakulären und doch zwingenden Weise.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handlungszeitpunkt: Spätsommer 1888

Nach den beiden vorausgehenden Kanonfällen, Der zweite Fleck und Der Flottenvertrag, sowie dem Pastiche Die Militärkonferenz, ereignet sich ein weiterer Fall, der internationale Bedeutung besitzt und wiederum im Spannungsfeld der Großmächte auf dem Kontinent spielt. Der gesellschaftliche und historische Rahmen für diesen Fall ist der Mittelmeerkonflikt.

Was zu Beginn als eine kuriose Geschichte um ein Buch mit seltsamen Inhalt erscheint, entwickelt sich rasch in einen Kriminalfall, der sich auf einer hohen politischen Ebene abspielt. Lord Bellinger und Lord Holdhurst ringen um Macht und Einfluss, dabei setzt Lord Bellinger Methoden ein, die jenseits der Legalität sind.

Sherlock Holmes unterstützt Inspektor MacDonald bei der polizeilichen Arbeit, die zuerst aus der Suche nach verschwundenen Dokumenten besteht, dann aber in einen Mordfall übergeht. Schließlich muss sich Holmes ein weiteres Mal den Zwängen der Politik geschlagen geben, dieses Mal führt ihn dies in einen Konflikt mit seinem Bruder Mycroft.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handelnde Kanon-Personen
Erwähnte Kanon-Personen
Handelnde Pastiche- Personen
Erwähnte Pastiche- Personen

Erwähnte Fälle (Kanon)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Watson bezieht sich in seiner Einleitung auf Das letzte Problem, den Fall, in dem Sherlock Holmes zu seinem entscheidenden Schlag gegen Moriarty ausholt.
  • Holmes diskutiert mit Watson den Zeitungsartikel zum Verschwinden von Jeremiah Hayling, den er ein Jahr später, 1889, wieder in dem Fall Der Daumen des Ingenieurs hervorholt.
  • Holmes erinnert Watson an die Perle der Borgia. Diese stammt aus dem Fall Die sechs Napoleons und liefert Hinweise auf organisierte Kriminalität italienischer Banden im viktorianischen London. Damit legt sich Francis London darauf fest, dass sich jener Fall vor 1888 ereignet haben muss.

Erwähnte Fälle (Pastiche)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Während Inspektor Athelney Jones Sherlock Holmes seinen neuen Kollegen Inspektor MacDonald vorstellt, erinnert Holmes ihn an den Fall Die Militärkonferenz.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die in dieser Erzählung erwähnten italienische Reisereportagen stammen von Alexandre Dumas (1802-1870)
  • Dies ist der dritte Fall, in dem Holmes von einem bemerkenswerten, zufällig gefundenen Gegenstand versucht, eine Spur rückwärts zu finden, vom Fundort bis zur eigentlichen Herkunft. Im Fall Der blaue Karfunkel versucht er die Herkunft einer Gans zu klären, bei Die sechs Napoleons folgt er dem Weg, den Gipsbüsten genommen haben. In dem aktuellen Fall folgt er der Spur eines Buches.
  • In Das Tal der Angst erwähnt Watson, dass MacDonalds bereits zweimal die Unterstützung von Sherlock Holmes erhalten hatte. Möglicherweise ist der vorliegende Fall die erste dieser erwähnten Unterstützungen.
  • Wie aus dem Fall Das Tal der Angst bekannt, spricht Sherlock Holmes Inspektor Alec MacDonald unter dem Namen Mr. Mac an. In dem vorliegenden Pastiche gibt es eine Erklärung, wie Holmes zu dieser Leidenschaft kam.
  • Im Kanon von Arthur Conan Doyle kommt es nur während des Falles Das letzte Problem zum Zusammentreffen von Holmes und Moriarty. In dem vorliegenden Fall schildert Francis London eine Situation, in der ein Treffen zwischen den beiden von Lord Holdhurst arrangiert wird, die Handlung scheint also darauf zuzulaufen, dass es ein Treffen zwischen Holmes und Moriarty geben wird. Allerdings kommt es im Lauf der tragischen Ereignisse dann nicht dazu. Damit bleibt Francis London der originalen Logik der Sherlock Holmes Erzählungen verbunden: Es kommt nicht zu einem Zusammentreffen.
  • Mycroft enthüllt Holmes, dass er sich den Herzog von Holdernesse als Außenminister wünschen würde, dieser aber in diesem Jahr 1888 mit seinen Heiratsplänen beschäftigt ist. Wie wir aus dem Kanon Fall Die Abtei-Schule wissen, wurde der Herzog Innenminister.
  • Sherlock Holmes kündigt gegen Ende der Erzählung an, dass er mit MacDonalds über Moriarty reden möchte, um den Inspektor vor ihm zu warnen. Wie aus Das Tal der Angst bekannt ist, war dieser Versuch erfolglos, MacDonald bleibt von der Ehrhaftigkeit Moriartys überzeugt.
  • Für heutige Verhältnisse überraschend ist es, dass das Außenministerium in der Downing Street angesiedelt ist. Die ist gemäß dem Kanon richtig, wie man in Der Flottenvertrag nachlesen kann.
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