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Leblanc

Maurice Leblanc

Maurice Leblanc (* 11. November 1864 in Rouen; † 6. November 1941 in Perpignan) war ein französischer Schriftsteller.

Leblanc wurde 1864 in Rouen geboren. Sein Geburtshelfer war niemand geringeres als Achille Flaubert, der Bruder des berühmten Autors Gustave Flaubert. Schon als Schüler begeistert sich Leblanc für die großen französischen Schriftsteller seiner Epoche, besonders für Flaubert und Guy de Maupassant, beide wie er aus der Normandie stammend. Für eine literarische Laufbahn gilt es jedoch zunächst, den Widerstand seines Vaters zu brechen, der für den Sohn eine Karriere in der Fabrik einer befreundeten Familie vorsieht. 1885 darf der junge Maurice schließlich ein Jura-Studium in Paris beginnen, das ihm vor allem als Alibi dient, sich fern der väterlichen Obhut intensiver der Schriftstellerei zu widmen. Mit ersten Zeitungsartikeln, Essays und Besuchen in den einschlägigen literarischen Kreisen gewinnt er die Protektion Maupassants. Seine ersten Romane ihm zwar die Anerkennung der literarischen Elite – wohlmeinende Kritik, jedoch kaum Leser.

1905 erschien die erste Geschichte mit dem Meisterdieb Arsène Lupin (L’Arrestation d’Arsène Lupin) in der Zeitschrift Je sais tout, deren Redakteur Pierre Lafitte seinen Freund Leblanc gebeten hatte, ein kleines Abenteuer à la Sherlock Holmes zu schreiben. Mit den Erzählungen um den Meisterdetektiv hatte Arthur Conan Doyle in den Jahren zuvor dem englischen The Strand Magazine schwindelerregende Auflagensteigerungen beschert. Leblancs Gentleman-Dieb trifft sofort auf ein begeistertes französisches Publikum und macht seinen Erfinder über Nacht zu einem populären Krimiautoren. In den Jahren darauf sollen insgesamt 20 Romane und ein Theaterstück folgen, in denen der Autor immer neue Situationen, Verkleidungen und Aufgaben für seinen Helden erfinden wird.

Ähnlich wie Conan Doyle befürchtete Leblanc mit dem Meisterdieb in die Sparte der schnelllebigen Populärliteratur verabschiedet zu werden, denn seine anderen Werke gewinnen kaum Aufmerksamkeit. Tatsächlich sollten die Lupin-Abenteuer die berühmtesten seiner schriftstellerischen Karriere werden, die bis heute allseits beliebt sind und 2004 eine neuerliche Filmadaption erfuhren.

1941, nachdem Leblanc mit seiner Familie vor den deutschen Besatzern aus der geliebten Normandie geflüchtet ist, starb er in Perpignan.

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