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Rezension zur Pastiche-Erzählung Sherlock Holmes und die Selbstmörder von Harrogate von Tanya Carpenter & Guido Krain, aus dem Sammelband Sherlock Holmes und die Tochter des Henkers.

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In seiner erstaunlichen Freizügigkeit wirkt dieses Abenteuer des Autorenduos Carpenter-Krain schon beinahe wie eine Farce auf Conan Doyles Geschichten um dessen legendären Meisterdetektiv. Holmes treibt es ungeniert mit Therapeutinnen, Watson wird fast zum Lustobjekt einer ältlichen Patientin, Prostituierte und, man verzeihe die anachronistische Wortwahl, Drogendealer gehen im Kurhotel, offenbar mit Wissen der Leitung, ein und aus – jedenfalls ist dies nicht die übliche Feld-, Wald- und Wiesenermittlung anderer Sherlock-Holmes-Erzählungen. Formal wechselt die Perspektive öfter zwischen dem „Ich kam, sah, staunte“ des Dr. Watson und einem auktorialen Erzähler. Süffisante, bisweilen sarkastische Nebenbemerkungen finden sich in beiden Stilen und verstärken den Eindruck einer Satire. Noch charmant genug, um nicht rettungslos ins Vulgäre zu kippen, bieten „die Selbstmörder von Harrogate“ immerhin kurzweilige, kaum jedoch krimi-spannende Unterhaltung.

M.L.

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